Am Anfang war…

Jun 23rd, 2009 | By Redaktion | Category: Allgemein

bericht-der-projektgruppe…der Bericht der Projektgruppe. Die Idee der Koalitionäre ist visionär: Im Zuge des Ausbaus der Primarschulen in Hamburg soll auch die nachschulische Betreuung von Kindern bis zu 14 Jahren flächendeckend ausgebaut werden. Für alle Kinder soll es ein Mittagessen geben und außerhalb der Kernzeiten (vor 8 Uhr und nach 16 Uhr) sowie in den Ferienzeiten soll ein Betreuungsangebot die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sicherstellen. Und schließlich soll endlich auch die Zusammenarbeit zwischen Schule und außer­schulischen Einrichtungen im Stadtteil, Jugendmusikschule, Bücherhallen, Sportvereinen und Jugendhilfe besser verzahnt werden.

Doch die Visionen der Behörden für Schule und Berufsbildung (BSB) und Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) gehen noch viel weiter: Für die Eltern soll die nachschulische Betreuung “kostenfrei” sein. Und: der flächendeckende Ausbau kostet die Stadt keinen Cent mehr, als die Stadt für die Hortbetreuung im Augenblick aufbringen muss. Mit anderen Worten: die Planer sind davon überzeugt, dass mit der Einführung des neuen Betreuungssystems für das gleiche Geld mindestens 60% mehr Kinder betreut werden können als bisher. Wie das gehen soll und warum eine eigentlich tolle Idee, nämlich der flächendeckende Ausbau der Hortlandschaft, verraten wird und sich das ganze Konzept als Spar-, Umverteilungs- und Mogelpackung erweist, können sie auf dieser Seite nachlesen.

Wir, das sind zunächst eine Handvoll Eltern, Lehrer und Erzieher, die empört sind über die offensichtliche massive Absenkung der Qualitätsstandards. Mit dieser Seite wollen wir zunächst die Öffentlichkeit über die Pläne der Stadt informieren. In einem ersten Schritt werden wir den Entwurf der Projektgruppe sehr genau betrachten und kommentieren, so dass Sie sich ein Bild von dem “Diskussionspapier” machen können. Unser vorläufiges Fazit nach der intensiven Lektüre: Die hochwertige Hortbetreuung, die sich in Hamburg über viele Jahre bewährt hat, wird es künftig nicht mehr geben. Masse, statt Klasse ist die Devise der Stadt. Doch lesen Sie selbst und machen Sie sich Ihr eigenes Bild von den Plänen der Stadt. Selbstverständlich freuen wir uns über eine anregende Diskussion und aktive Unterstützung.

Was nach der Lektüre kommt, wird man dann sehen müssen. Gelegenheiten, der Empörung Luft zu machen, wird es in den nächsten Wochen und Monaten viele geben: auf den Wahlveranstaltungen der Regierungsparteien, an den Ständen u.s.w. Und eins ist sicher: der finanzielle Gestaltungsspielraum der Stadt ist eng. Sehr eng – dank der Finanzkrise. Dies wird sich nach den Wahlen noch mehr zeigen als heute. Von daher müssen wir jetzt aktiv werden, denn der Bericht wird zwar gerne als “Diskussionspapier” abgetan. Beim genaueren Hinsehen wird jedoch sehr schnell deutlich, dass darin ganz ganz konkrete Umsetzungsszenarien beschrieben werden. Eingeführt werden soll das System – ohne Übergangsphase – zum Schuljahr 2011/12. Doch bereits in 2009 soll die Hälfte der Gebäudeinvestitionen verausgabt sein. Es gibt also einiges zu tun, um den Visionen des Senats zu begegnen.

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